Neuigkeiten

  • Aktuelle Baustellenbilder vom ABOA Projekt "Villa Erzgebirgsblick" in Zwickau-Cainsdorf

    [mehr]
  • Offene Baustelle zum Tag der Architektur

    Wohnen am Schlobigpark

    [mehr]
  • Architektur für Alle – Stadtplanerische Konzepte für Zwickau

    Austellung im Foyer der Freunde aktueller Kunst

    [mehr]

Alle News



27.01.2016

Woba-Neubau am Solbrigplatz will Impuls für die Stadt setzen

Moderner Wohn- und Ärztehauskomplex


Foto: Carsten Steps

Reichenbach. Erstmals in ihrer Geschichte plant die städtische Wohnungsbaugesellschaft Reichenbach (Woba) einen Neubau. Mit einem modernen Wohn- und Ärztehaus am Solbrigplatz will sie drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Stadtverwaltung sucht zum einen händeringend nach Hausärzten, die sich in der Neuberinstadt niederlassen. Zum anderen wächst die Nachfrage nach komfortablem Wohnraum. Und schließlich verfallen immer mehr Häuser in Reichenbach, auch am Solbrigplatz, der seit der Wende 1990 im Dornröschenschlaf liegt.

"Wir müssen dringend etwas tun, um Ärzte, vor allem Hausärzte, nach Reichenbach zu holen. Und wir wollen zentrumsnah hochwertigen Wohnraum schaffen. Deshalb hat der Aufsichtsrat einstimmig beschlossen, das Projekt Solbrigplatz 7/8 durchzuziehen", erklärte gestern Stadtoberhaupt Dieter Kießling (CDU) bei der Vorstellung des Vorhabens vor der Presse.

Was Hausärzte angeht, bei denen der Bereich Reichenbach aktuell die schlechteste Abdeckung in ganz Sachsen hat, stehe man mit der Kassenärztlichen Vereinigung eng im Kontakt. Im Januar laufe eine neue Ausschreibung. Bislang, so Kießling, hatten sich zwei Ärzte vorgestellt, sich aber dann aber nicht für Reichenbach entschieden. Mit modernen Praxisräumen hoffe die Stadt, bessere Chancen zu haben.

2018 soll alles fertig sein

Im Vorfeldder Baumaßnahme hat die Woba die frühere Strickperle Solbrigplatz 7 sowie das benachbarte Wohnhaus Solbrigplatz 8 nebst Garage erworben. "Aufgrund des fortgeschrittenen Verfalls können die Gebäude nicht erhalten werden", erklärte Woba-Geschäftsführerin Daniela Raschpichler. Gestern Nachmittag begann der Abriss.

Der Startschuss für den Neubau wird im Juni 2016 erfolgen. Der erste Bauabschnitt soll im Juni 2017 bezugsfertig sein, das gesamte Projekt inklusive Außenanlagen Mitte 2018. Die Woba investiert dabei 3,95 Millionen Euro - aus Eigenmitteln und einem geringen Teil Fremdkapital, jedoch ohne Fördermittel.

Der barrierefreie Neubau, geplant von den Aboa Architekten Zwickau, die ihr Architekturstudium in Reichenbach absolvierten, besteht aus zwei miteinander verbunden Teilen. Sie enthalten jeweils einen Keller, zwei Etagen für Arztpraxen, zwei für Wohnungen sowie eine Penthouse-Etage. Ein Sicherheitstreppenhaus mit Aufzug gehört zu jedem der beiden Häuser. Der Haupteingang wird sich am Solbrigplatz befinden, ebenso der Zugang für den Personal-, Liefer- und Wirtschaftsverkehr und die Rettungsdienste. Hintern Haus soll es Mieterstellplätze geben. Ein begrünter Innenhof ist geplant. Ein drittes Modul an der Ecke Solbrigplatz/Albertistraße und eingeschossige Eigenheime im Hinterhof seien später denkbar. "Im besten Falle werden wir mit unserem Projekt ein Impulsgeber sein", sagt die Geschäftsführerin mit Blick aufs Umfeld.

Der Solbrigplatz selbst soll mit Hilfe von EU-Fördermitteln umgestaltet werden. Angedacht ist, dass er nur noch in eine Richtung befahrbar ist und Parkplätze im Fischgrätenmuster angelegt werden.

Rasterbauweise macht flexibel

Das Besondere am Gebäudekomplex ist laut Raschpichler die modulare Rasterbauweise. Außer den Außenwänden, einer Innenwand und dem Treppenhaus können alle anderen Wände flexibel versetzt werden. "Die variable Raumaufteilung wird den individuellen Bedürfnissen der Mieter gerecht", sagt sie und fügt hinzu: "Im Praxis-Bereich stehen Flächen von 80 bis 400 Quadratmeter bereit. Vom Freiberufler bis hin zum Medizinischen Versorgungszentrum ist somit alles möglich." Die oberen Etagen bieten Platz für maximal 16 Wohnungen mit Balkon. Dabei sind Zwei- bis Fünf-Raum-Wohnungen mit 50 bis 116 Quadratmetern sowie zwei bis vier Penthouse-Wohnungen mit 320 Quadratmetern Fläche geplant. Eine umlaufende Terrasse ermöglicht auf der Penthouse-Etage den Aufenthalt im Freien. Für den Komplex ist eine effiziente Beheizung und Warmwasseraufbereitung analog dem Projekt Schützenstraße 59, 61, 63 vorgesehen. Die Räume werden mit Fußbodenheizung ausgestattet.

Laut Daniela Raschpichler sei eine Kaltmiete von 7,50 Euro je Quadratmeter kalkuliert. Die Nebenkosten sollen bei 1,20 Euro je Quadratmete liegen, was unter den Kosten in Platten- und Altbauten (2 Euro je Quadratmeter) liege.

Text: Gerd Betka, Freie Presse, 13.01.2016  Luftbild: Carsten Steps